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Leipziger Podcaster*innen

Podcasts, Popkultur und Grafikdesign – der Leipziger Podcaster Julius Herold im Portrait

Julius ist schon fast seit Gründung des Meetups regelmäßig mit dabei. Er podcastet nicht nur in drei verschiedenen Formaten regelmäßig und viel, sondern ist mit 50 abonnierten Podcasts auch Intensivhörer.

Wie kam es dazu, dass du mit dem Podcasten angefangen hast?

Ich habe schon einige Jahre Podcasts gehört, bevor ich selbst in die Produktion einstieg. Als begeisterter Hörer entstand schnell der Wunsch, einen eigenen Podcast ins Leben zu rufen oder bei einem Podcast mitzumachen, um über Herzensthemen zu sprechen. Gemeinsam mit meiner Podcastpartnerin Christiane entwickelte ich dann das Konzept unseres ersten Podcast Brainflicks. Mir gefiel der Gedanke, lange und intensiv über Filme zu sprechen, aber es fehlte noch ein innovatives Konzept.

Christiane schlug dann vor, einen Podcast zu entwickeln, welcher Filmbesprechung und Psychologie verbindet. Sie ist Psychologin und in der Forschung tätig, beschäftigt sich also täglich mit Wissenschaft. In Filmen werden oft psychologische Themen behandelt, die Anlass bieten, diese Themen mit einer wissenschaftlichen Brille zu analysieren. Mit dieser Mischung aus Filmpodcast und Wissenschaftskommunikation hat meine “Podcastkarriere” begonnen.

Mit welchen Themen beschäftigst du dich in deinen Podcasts?

Vorrangig mit popkulturellen Themen, da das ein großes Interessengebiet ist. In Brainflicks besprechen wir, wie gesagt, Filme. Die Filmauswahl basiert dabei immer auf der Frage, inwieweit die dort dargestellten Inhalte etwas über die Psyche der Personen verraten und ob die Darstellung mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen übereinstimmen. Also beispielsweise, wie realitätsnah die Depression in Lars von Triers Melancholia dargestellt wird.

Da das oft sehr schwere und vorbereitungsintensive Themen sind, haben wir zu Beginn der Corona-Pandemie einen weiteren Filmpodcast gestartet, um uns mit lockereren Themen beschäftigen zu können. So entstand Keanu Relaoded, in dem wir die gesamte Filmographie von Keanu Reeves besprechen, Film für Film.

Der dritte Podcast, in dem ich mitwirke, heißt Rantvoll und behandelt verschiedene Themen aus dem Leben, in denen Gäste dazu aufgerufen sind sich über verschiedene Dinge aufzuregen bzw. sich Gehör zu verschaffen.

Warum, glaubst du, sind diese Themen besonders gut für das Medium Podcast geeignet?

Weil langes Sprechen über Filme und dazu noch mit wissenschaftlichem Anspruch meiner Ansicht nach besser als Audio geeignet ist als ein überlanges Video. Dadurch ist es auch leichter möglich eine Folge unterwegs zu hören.

Außerdem wird über die Stimme, die durch die Kopfhörer direkt in den Kopf kommt, eine große persönliche Nähe zu den Podcastenden hergestellt und das finde ich wichtig, wenn man über teilweise sensible Themen spricht, wie wir es in Brainflicks und Rantvoll tun.

Welche Herausforderungen hast du zu Beginn des Podcastens erlebt?

Zuerst überwiegend technische Schwierigkeiten. Besonders das richtige Equipment und die Software zu finden erwies sich als kleine Herausforderung. Danach kam die Strukturierung, das Sprechen und auch das Schneiden.

Was macht dir am Podcasten am meisten Spaß, oder was macht für dich das Podcasten besonders gewinnbringend?

Vor allem das Reden. Reden über Themen, welche mir am Herzen liegen. Reden mit anderen Menschen, die ähnliche oder dieselben Interessen teilen oder zum Nachdenken oder zur Horizonterweiterung anregen.

Außerdem bietet das Podcasten die Möglichkeit, meine Leidenschaft für Grafikdesign auszuleben, denn ich habe für all unsere Podcasts und auch das Leipziger Podcast-Meetup die Logo- und Covergestaltung übernommen.

Die Tech-Frage: Wie sieht dein Podcast-Setup aus?

Wir nehmen unsere Podcasts in den meisten Fällen zu zweit in einem Raum auf. Dazu nutzen wir das Zoom H6 als Audiointerface mit Headsets. Bei der Auswahl der Technik war das Podcast-Forum Sendegate sehr hilfreich. Dort wurde als Einsteiger-Headset das Superlux HMC660 empfohlen, da es trotz des geringen Preises eine sehr gute Audioqualität bietet.

Christiane ist allerdings mittlerweile auf das Beyerdynamic DT-297 umgestiegen, das oft als Goldstandard fürs Podcasten bezeichnet wird. Ich finde, der Unterschied ist hörbar, deshalb möchte ich demnächst ebenfalls umsteigen. Als Aufnahme- und Schnittsoftware nutzen wir Ultraschall und wenn wir Gäste online dazu schalten möchten, kommt Studio Link zum Einsatz.

Welche Podcasts hörst du selbst gern?

Ich höre gern Podcasts, die sich mit meinen Hobbys und Interessengebieten beschäftigen, also Themen wie Filme, Games oder Popkultur.

Als Lieblingspodcasts würde ich Stay Forever, Enough Talk! und Insert Moin bezeichnen. Als Nachrichtenquelle nutze ich Podcasts eher weniger.

An welchen Orten in Leipzig hörst du besonders gern Podcasts?

Auf Spaziergängen im Clara-Zetkin-Park und im Auwald, auf dem Weg zur Arbeit und in meinem Leipziger Bett. Podcasts helfen super beim Einschlafen!

Was wünschst du dir für die Zukunft der Leipziger Podcastszene?

Ich würde mir wünschen, dass durch das Meetup und die Website noch mehr Vernetzung und Austausch zwischen den Podcastenden entsteht. Daraus könnten sich Möglichkeiten für Gastspiele in anderen Podcasts ergeben, so wie es bei uns auch schon der Fall war. Außerdem würde ich mich Aktivitäten auch außerhalb der Meetups freuen.

Hört in Julius’ Podcasts rein!

Folgt Julius

Text: Julius Herold
Bilder: Christiane Attig

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Meetup

Rückblick des 15. Leipziger Podcast Meetups

In entspannter Atmosphäre lauschten wir Tim vom Dram Good Podcast und genossen den von ihm mitgebrachten Whisky.

Nachhören kann man das Gespräch und den anschließenden Frage-und-Antwort-Teil hier:

Tim vom Dram Good-Podcast zu Gast beim 15. Leipziger Podcast Meetup